Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade 2021

Die Mitteleuropäische Mathematik-Olympiade (MEMO) ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb zwischen 10 Ländern (Deutschland, Kroatien, Litauen, Österreich, Polen, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn), zu dem jedes Land ein Team bestehend aus 6 Personen schickt – und wie bei so vielen anderen Dingen in Corona-Zeiten war damit bis zuletzt nicht klar, ob und in welcher Form die MEMO 2021 in Präsenz stattfinden kann.

Allen Befürchtungen zum Trotz war es letztlich acht von zehn Ländern möglich, vom 23. bis zum 29. August 2021 nach Zagreb (Kroatien) anzureisen, um dort vor Ort nicht nur einen toll organisierten Wettbewerb zu absolvieren, sondern auch Gleichgesinnte aus vielen Teilen Europas kennenlernen zu können. Drei weitere Länder (Deutschland und Litauen, sowie das heurige Gastland Bosnien und Herzegowina) nahmen von ihrer Heimat aus per Internet teil.

Vor seiner Abreise hatte das österreichisches Team ein dreitägiges Training in Vöcklabruck, wo Simon Breneis, Theresia Eisenkölbl, Moritz Hiebler und Reinhard Razen vortrugen. Besonderer Dank für die Organisation dieses Trainings gilt Heinrich Josef Gstöttner, Gerhard Kirchner, Reinhard Razen und der HAK Vöcklabruck.

Im Einzelbewerb holte Paul Hametner für Österreich eine Bronze-Medaille; er hatte eine vollständige und elegante Lösung der Geometrie-Aufgabe I-3 mittels einer Drehstreckung gefunden.

Im Teambewerb erreichte das österreichische Team, bestehend aus David Blassnig, Lukas Ginter, Paul Hametner, Jan Schiller, Janina Schneeweiss und Georg Weisbier, als achtes von elf Teams den besten österreichischen Platz seit 2015 mit jeweils einer vollständigen Lösung in Algebra (T-1), Geometrie (T-5) und Zahlentheorie (T-7).

Allen davon zog heuer das polnische Team, an das sowohl im Einzel- als auch im Teambewerb jeweils der Sieg mit vollen Punkten ging; dabei lösten sie sogar einige Aufgaben, von denen die Jury gar nicht sicher war, ob sie für den Bewerb nicht viel zu schwer seien. Im Teambewerb folgten auf das perfekte Ergebnis mit 64 Punkten von Polen nach einem großen Punktesprung dann auf Plätzen 2 bis 6 gleich fünf Teams mit 49 bis 47 Punkten. Damit entschied sich Silber und Bronze zwischen Ungarn und Kroatien nur durch einen Tie Breaker.

Auch heuer wieder stammten zwei der Wettbewerbsaufgaben aus österreichischer Feder. Von insgesamt 46 Aufgaben, die Österreich eingereicht hatte, wurden schließlich T-1 und T-5, beide von Walther Janous, für den Bewerb ausgewählt.

Nicht unerwähnt bleiben soll eine nach rein subjektiver Ansicht besonders schöne Kombinatorikaufgabe (T-3), die von der Jury im Vorfeld für die leichteste Aufgabe gehalten wurde und sich letztlich den Punkten nach als fünftschwerste von acht herausstellte, da den Piraten die gerechte Aufteilung ihrer Beute wohl doch schwerer fiel als erwartet.

Neben dem mathematischen Programm fanden auch ein schöner Ausflug zu den Plitvicer Seen, eine Besichtigung der Zagreber Innenstadt, Sport, Kartenspiele und ähnliche Aktivitäten statt, bei denen man Gelegenheit hatte, sich miteinander auszutauschen und kennenzulernen.

Während Walther Janous und Birgit Vera Schmidt als Leader bzw. Deputy Leader das Team nach Kroatien begleiteten, blieb Stephan Pfannerer in Wien und unterstützte als Observer aus der Ferne – allerdings nur bis zum vorletzten Tag, denn da wurde er Papa, womit wir zu unserem MEMO-Baby Luisa ganz herzlich gratulieren möchten!

Die Ergebnisse (auch der letzten Jahre) im Detail findet man hier (Einzelbewerb / Teambewerb), die Aufgabenstellungen der heurigen MEMO auf Deutsch und Englisch hier.

Wir danken den kroatischen Veranstalter*innen für den Mut, trotz der schwer vorhersehbaren Umstände diesen internationalen Bewerb zu veranstalten, der für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis war!

Birgit Vera Schmidt, 3. September 2021 17:03